Donnerstag, 15. Juni 2017

Sehen Sie einen Fluchtweg?


Mittwoch, 24. Mai 2017

Perfect Day


















Santa è la bellezza
Tanta è la paura
Fai come faceva Baudelaire

Dienstag, 23. Mai 2017

Schwanenwerder


Freitag, 14. April 2017

Hodie mecum eris in paradiso


















Mist, schon wieder verpasst. Jeden Karfreitag wird in der
Capilla Baja o Penitencial, der unteren Bußkapelle der
klassizistischen Kirche Oratorio de la Santa Cueva in der
Calle Rosario in Cadiz um 12 Uhr bei freiem Eintritt die
Streichquartettfassung von Joseph Haydns epochemachen-
der Musica instrumentale sopra le 7 ultime parole del nos-
tro Redentore in croce ovvero Sette Sonate con una intro-
duzione ed alla fine un Terremoto gespielt: von José Saenz
de Santamaria, Marqués de Valde-Inigo in Auftrag gegeben
ist es aller Wahrscheinlichkeit nach in der Karwoche des
Jahres 1787, also vor ziemlich genau 230 Jahren ebenda
uraufgeführt worden.


 
















L'Introduzione (Maestoso ed adagio)
Pater, dimitte illis, non enim sciunt, quid faciunt (Largo)
Hodie mecum eris in paradiso (Grave e cantabile)
Mulier, ecce filius tuus, et tu, ecce mater tua! (Grave)
Eli, Eli, lama asabthani? (Largo)
Sitio (Adagio)
Consummatum est! (Lento)
Pater! In manus tuas commendo spiritum meum (Largo)
Il terremoto (Presto e con tutta la forza)







 












Und wem Haydns Musik nicht zusagen sollte, kann sich in
der oberen, dem allerheiligsten Sakrament gewidmeten 
Kapelle an drei Goyas (letztes Abendmahl, wundersame
Brotvermehrung, etc), dem exquisiten Muranoleuchter
oder dem omnipräsenten Herz-Jesu-Kitsch erfreuen. See
you Good Friday 2018 in Cadiz!

 

Mittwoch, 5. April 2017

Opus alchymicum

 
















Es gibt ein Gebiet, auf dem sich die Arbeit an sich selbst
und die Hervorbringung eines Werks als schlechterdings
wesensgleich und unteilbar erweisen: die Alchemie. Denn
das opus alchymicum verlangt, dass die Verwandlung der
Metalle mit der Wandlung des Subjekts einhergeht, dass
die […] Herstellung des philosophischen Steins und die
spirituelle Geburt oder Wiedergeburt des Individuums,
das erstere ins Werk setzt, zusammenfallen.


















Einerseits betonen die Alchemisten […], ihr Werk sei ein
konkretes Verfahren zur Wandlung der Metalle, die zu-
nächst mehrere (nach den Farben, welche sie annehmen,
als nigredo, albedo, citrinitas und rubedo bezeichnete)
Stadien durchlaufen ehe sie als Gold zur Vollendung ge-
langen; andererseits beharren sie […] darauf, dass die
Metalle, von denen sie sprechen, keine gewöhnlichen Me-
talle sind, dass das philosophische Gold kein aurum vulgi 
ist und sich der Adept am Ende selber in den philosophi-
schen Stein verwandelt: „Verwandelt euch aus toten Stei-
nen in lebendige Steine der Weisen.“

Giorgio Agamben, „Opus alchymicum“, in ders., Die Er-
zählung und das Feuer, Frankfurt am Main 2017, S. 109-
136, hier S. 121. 

Samstag, 1. April 2017

Requiescat in Pace


Samstag, 25. März 2017

Montepulciano Calling


















Siamo bambini rapiti sepolti in un bar
Guardiamo la Senna che passa e che va
Parigi è una stella, non è una città
Paghiamo il conto in fretta
Ragazzi terribili delle SS
Hanno già fatto irruzione in hotel
Amore non piangere, vieni con me
Scivoliamo via

Mentre facciamo l’amore
Sentiamo sparare
Voci che gridano il nome di Allah
Il fiato si gela con freddo che fa

Lili Marleen
Auf Wiedersehen
Mourir en scene
Ça fait combien?
Lili Marleen
Lili, je t’aime
Joseph Kosma et Jacques Prevert
Ich will dich

Io mi ricordo i tuoi occhi
Venati d’inverno
La voce di Bowie su Spotify
Un giorno di nuovo mi sorriderai

Lili Marleen
Auf Wiedersehen
Mourir en scene
Ça fait combien?

Adesso per chi canterai
E con chi dividerai
Le sigarette della guerra
Chi eravamo noi
Te lo ricorderai
Un cancro
Un’eresia
Due cani in sagrestia

Lili Marleen
Auf Wiedersehen
Mourir en scene
Ça fait combien?
Lili Marleen
Lili, je t’aime
Apollinaire et Jacques Prevert

Lili Marleen
Non, rien de rien
Mourir en scene
Ça fait combien
Lili Marleen
Lili, je t’aime
Michel Houellebecq et Jacques Prevert

Sonntag, 5. März 2017

The Translation-Jobbers


















You see, Sir Walter, into what “sloughs of despond” we
German translators fall— with the sad necessity of drag-
ging your honor after us. Yet this is but a part of the ge-
neral woe. When you hear in every bookseller’s shop
throughout Germany one unanimous complaint of the
non-purchasing public and of those great profit-absor-
bing whirlpools, the circulating libraries,— in short all
possible causes of diminished sale on the one hand; and
on the other hand the forestalling spirit of competition
among the translation-jobbers, bidding over each other’s
heads as at an auction, where the translation is knocked
down to him that will contract for bringing his wares soo-
nest to market;—hearing all this, Sir Walter, you will per-
ceive that our old German proverb “Eile mit Weile,” (i. e.
Festina lente, or the more haste, the less speed) must in
this case, where haste happens to be the one great quali-
fication and sine-qua-non of a translator, be thrown alto-
gether into the shade by that other proverb— “Wer zuerst
kommt mahlt zuerst” (First come first served).

From the “German ‘Translator’s’ Dedication to Sir Wal-
ter Scott, Bart.”, in: Walladmor: “Freely translated [by
Georg Wilhelm Heinrich Häring aka Willibald Alexis] into
German from the English of Sir Walter Scott.” And now 
freely translated [by Thomas de Quincey] from the Ger-
man into English, London, Taylor and Hessey, 1825.   

Mittwoch, 22. Februar 2017

An Anti-Modern Laboratory

 
















If we become SLAVES OF CULTURE we can CHANGE THE
WORLD. 

I imagine the girls walking through The Alchemists Gar-
den with a parasol: a garden inhabited by signs, symbols
and archetypes invoking and recalling remote worlds.

WHAT ARE WE GOING TO DO WITH ALL THIS FUTURE?

 

Freitag, 10. Februar 2017

Breaking the ice






 











To the premiere of “Django” at the 67th @Berlinale Film
Festival, @HariNef in a #GucciCruise17 tulle ruffled gown
and embellished sandals.
 
 

Mittwoch, 25. Januar 2017

Heimatstadt


















All jenen, die glauben, man könne sich eine Millionenstadt
aneignen, indem man sogenannte Baumscheiben einzäunt
und bepflanzt, verwahrloste Spielplätze mit Spendengel-
dern „aufhübscht“, usw., sei mit Furio Jesi, jenem allzu
früh (1941-1980) durch einen banalen Haushaltsunfall hin-
weggerafften Turiner Wunderkind, ein für allemal gesagt:

Man kann eine Stadt lieben, man kann ihre Häuser und
Straßen in der liebsten und ältesten Erinnerung tragen,
aber erst in der Stunde der Revolte wird die Stadt wirk-
lich als die eigene empfunden: eigene, weil Schauplatz
eines Kampfes, für den man selbst und das Kollektiv sich
entschieden hat; die eigene, weil umschriebener Raum,
in dem die historische Zeit aufgehoben ist und wo jede
Tat in sich selbst Gültigkeit hat, mit ihren absolut un-
mittelbaren Folgen. Man eignet sich eine Stadt wesent-
lich mehr an, indem man in den aufeinanderfolgenden
Angriffswellen mit vorprescht und zurückweicht, als wenn
man als Kind auf ihren Straßen spielt oder später mit ei-
nem Mädchen auf ihnen dahingeht. In der Stunde der Re-
volte ist man nicht mehr allein in der Stadt.

Die schöne Stelle stammt aus Furio Jesi, „Die Suspendie-
rung der geschichtlichen Zeit“, dem ersten Kapitel von 
Spartakus. Simbologia della rivolta, Turin, Bollati Borin-
ghieri 2000. Barbara Kleiners Übersetzung des ersten Ka-
pitels erschien 2012 als N°069 der 100 Notes 100 Thou-
ghts / 100 Notizen 100 Gedanken im Rahmen der docu-
menta 13. Kleiner hat auch Jesis nachgelassenes Roman-
fragment L’ultima notte übersetzt. Die letzte Nacht er-
schien 1991 in einem Freiburger Kleinverlag.     

Sonntag, 8. Januar 2017

Include me out!


















Die besten Sprüche sind von vorgestern. Wie der, den JLG
Fritz Lang vor mehr als fünfzig Jahren in Le Mépris zitieren
lässt: „Include me out, as a real producer once said.“ Voilà,
the most famous of all Goldwynisms.