Dienstag, 20. Dezember 2016

Eden


















Auf einer der Fahrten zwischen meiner Wohnung und der
Akademie der Künste zeigte ich ihm das Apartmenthouse
»Eden«, das an der Stelle jenes im Januar 1919 als Sitz des
Stabs der Garde-Kavallerie-Schützen-Division dienenden
Eden-Hotels steht, in dem Rosa Luxemburg und Karl Lieb-
knecht die letzten Stunden ihres Lebens verbracht hatten.
Das »Eden« liegt unmittelbar neben dem »Europa-Center«,
dessen Geschäfte für das kommende Fest geschmückt wa-
ren. Vom Kurfürstendamm her biegt man in die Budapester
Straße ein, die in den Tiergarten und zum Landwehrkanal
führt.

Der Hohn, den die Beibehaltung des Namens für das Luxus-
apartmenthouse auf das Gedenken der beiden Ermordeten
darstellt, war Thema unseres Gesprächs im Auto. Diese Fahrt
mag Ausgangspunkt für die dritte Strophe gewesen sein:

Es kommt der Tisch mit den Gaben,
er biegt um ein Eden –

Samstag, 17. Dezember 2016

Jahresrückblick



Sonntag, 27. November 2016

Punky Reggae Party


















Alle glauben sich jetzt zu Bob Dylans Reaktion auf die Ver-
leihung des Nobelpreises äußern zu müssen. Die Frage lau-
tet: Sind seine abweisenden Stellungnahmen cool oder un-
gezogen. Wir wissen es nicht, denken aber dankbar an je-
nen 29. Juni 1978 in der Deutschlandhalle, an dem Dank
Dylan Punk nach Deutschland kam. Wie aber Liebes… Tho-
mas Brasch, der Dylans Berlin-Konzert besucht hatte, ver-
öffentlichte 1980 in dem Band Der schöne 27. September 
ein Gedicht, das diesen denkwürdigen Abend beschreibt:

Und der Sänger Dylan in der Deutschlandhalle

ausgepfiffen angeschrien mit Wasserbeuteln beworfen
von seinen Bewunderern, als er die Hymnen
ihrer Studentenzeit sang im Walzertakt und tanzen ließ
die schwarzen Puppen, sah staunend in die Gesichter
der Architekten mit Haarausfall und 5000 Mark im Monat,
die ihm jetzt zuschrien die Höhe der Gage und
sein ausbleibendes Engagement gegen das Elend der Welt.
So sah

ich die brüllende Meute: Die Arme ausgestreckt im Dunkel
neben
ihren dürren Studentinnen mit dem Elend aller Trödelmärk-
te
der Welt in den Augen, betrogen um ihren Krieg,
zurückgestoßen in den Zuschauerraum
der Halle, die den Namen ihres Landes trägt, endlich
verwandt ihren blökenden Vätern, aber anders als die
betrogen um den, den sie brauchen: den führenden Ham-
mel.

Die Wetter schlagen um:
Sie werden kälter.
Wer vorgestern noch Aufstand rief,
ist heute zwei Tage älter.

Dienstag, 8. November 2016

Das Ausbleiben der Katastrophe


















In der Onlineausgabe der Welt gibt es heute ein Interview
mit Werner Herzog, der gerade für seinen Film Salt & Fire
Reklame macht. Bevor er von den Dreharbeiten berichten
und seiner Bewunderung für die Hauptdarstellerin Ausdruck
geben kann, muss er sich jedoch zu tagespolitischen Fragen
äußern. Man sitze, so beginnt das Gespräch, zwar jetzt im
„gemütlichen“ München, aber er sei auch und vor allem in
Los Angeles zu Hause. Da wüsste man natürlich gerne, wie
„unsere Trump-darf-auf-gar-keinen-Fall-gewinnen-Hysterie“
auf ihn wirke. Sei „das europäisch? Vielleicht sogar typisch
deutsch?“ Herzog ist in seinem Element:

Ich erlaube mir dazu erst mal die Bemerkung, dass niemand
in Panik verfallen muss. Selbst dann nicht, wenn er gewählt
wird. Ganz nebenbei gesagt, hatten wir in Europa eine ähn-
liche Aufregung um Berlusconi. Was die USA angeht, erinne-
re ich mich an ein ähnliches Jammergeschrei, das es welt-
weit und vor allem in Deutschland gab, als Nixon gewählt
wurde. „Tricky Dick!“ Und das Geschrei war noch größer bei
Ronald Reagan: Ein zweitklassiger Schauspieler, hieß es, ver-
suche jetzt, den Präsidenten zu spielen. Unsinn. Die ganzen
Katastrophen haben nicht stattgefunden.

„Verrückt,“ dachte ich, „genau so sollte der Titel meines
Posts zur US-PräsidentInnenwahl lauten: Das Ausbleiben der
Katastrophe.“ Ich war vor paar Tagen durch Zufall im Netz
auf Herzogs „Dokumentarfilm“ La Soufrière – Warten auf ei-
ne unausweichliche Katastrophe gestoßen: knapp dreißig Mi-
nuten jüngste Geschichte des westlichsten Vorpostens der
Europäischen Union: Guadeloupe, der Schmetterling der klei-
nen Antillen (s. EURObanknote, verso, unten links, Lupe hilf-
reich). Im Sommer 1976 trat die Soufrière, Basse-Terres alles
überragender (1467 m) passiv-aggressiver Vulkan in eine phre- 
atische Explosionsphase ein.

Deshalb evakuierte man vom 15. August bis zum 15. Dezember
1976 mehr als 60000 Menschen. Wie nicht anders zu erwarten
weigerte sich eine verschwindende Minderheit, der administra-
tiven Vorsorge Folge zu leisten. Als Herzog aus der Zeitung da-
von erfuhr, buchte er ein Ticket in die Karibik. Jörg Schmidt-
Reitwein und Ed Lachman mussten mit es hat sich gelohnt.
Wer den Film auf youtube anschaut, wünscht sich sofort, die
mit Rachmaninow, Mendelssohn-Bartholdy, Brahms und Wagner
unterlegten Bilder der menschenleeren Stadt am Fuße des Vul-
kans und des wagemutigen Aufstiegs zum Giftwolken speienden 
Krater die Todgeweihten lassen grüßen schon bald im Kino
um die Ecke zu sehen: bientôt sur cet écran.


















Nicht unerwähnt bleiben darf Herzogs in einem lakonischen Stan-
dard Bavarian English vorgetragener Kommentar aus dem Off. Er
endet tröstlich… Fürchtet euch nicht! Dass es so weiter geht, ist
die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende, sondern
das jeweils Gegebene. Herzog drückt es 1977 so aus:

The volcano did not explode. Days came and went. The signs
of a catastrophe began to deminish. After some weeks the po-
pulation began drifting back to their homes and villages and
towns. It will always remain a mistery why there was no erup-
tion. Never before in the history of volcanology where signals
of such magnitude measured and yet nothing happened.
The volcano will probably soon be forgotten. In my memory it
is not the volcano that remains but the neglect and oblivion in
which those black people live.
There was something pathetic for us in the shooting of this pic-
ture and therefore it ended a little bit embarressing. Now it has
become a report of an inevitable catastrophe that did not take
place.

Montag, 24. Oktober 2016

Siglo de Oro

König Belsazer machte ein herrliches Mahl seinen tausend
Gewaltigen und soff sich voll mit ihnen. Und da er trunken
war, hieß er die goldenen und silbernen Gefäße herbringen,
die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem
weggenommen hatte, dass der König mit seinen Gewaltigen,
mit seinen Weibern und mit seinen Kebsweibern daraus trän-
ken. Also wurden hergebracht die goldenen Gefäße, die aus
dem Tempel, aus dem Hause Gottes zu Jerusalem, genom-
men waren; und der König, seine Gewaltigen, seine Weiber
und Kebsweiber tranken daraus. Und da sie so soffen, lobten
sie die goldenen, silbernen, ehernen, eisernen, hölzernen
und steinernen Götter.

Bitte den Samt nicht berühren! Er wird irreparabel beschädigt!


















Eben zu derselben Stunde gingen hervor Finger wie einer
Menschenhand, die schrieben, gegenüber dem Leuchter, auf
die getünchte Wand in dem königlichen Saal; und der König
ward gewahr der Hand, die da schrieb. Da entfärbte sich der
König, und seine Gedanken erschreckten ihn, dass ihm die
Lenden schütterten und die Beine zitterten. Und der König
rief überlaut, dass man die Weisen, Chaldäer und Wahrsager
hereinbringen sollte. Und er ließ den Weisen zu Babel sagen:
Welcher Mensch diese Schrift liest und sagen kann, was sie be-
deute, der soll in Purpur gekleidet werden und eine goldene
Kette am Halse tragen und der dritte Herr sein in meinem Kö-
nigreiche. Da wurden alle Weisen des Königs hereingebracht;
aber sie konnten weder die Schrift lesen noch die Deutung
dem König anzeigen. Darüber erschrak der König Belsazer
noch härter und verlor ganz seine Farbe; und seinen Gewal-
tigen ward bange.

Samstag, 1. Oktober 2016

Le dernier monde nouveau


















Am 3. Juli 1957, während der vierundzwanzigsten und
letzten Sitzung seines Seminars „Relation d’Objet“ em-
pfahl Lacan eine Sagan-Rezension als Ferienlektüre: „Je
laisse à dépeindre et à définir ce que peut être la géné-
ration actuelle, laissant à d’autres le soin d’en donner
une expression directe et symbolique, disons à Françoise
Sagan que je ne cite pas ici au hasard, pour le seul plaisir
de faire de l’actualité, mais pour vous dire que comme
lecture de vacances, vous pourrez voir ce qu’un philo-
sophe austère et habitué à ne se situer qu’au niveau
d’Hegel et de la plus haute politique, peut tirer d’un
ouvrage d’apparence aussi frivole.Je vous conseille de
le lire (numéro de Critique d’août–septembre 1956) sous
le titre: „Le dernier monde nouveau“; étude qu’il a faite
sur les deux livres, Bonjour Tristesse et Un certain sourire 
de Françoise Sagan.“

On ne voit vraiment pas pourquoi les jeunes écrivines d’au-
jourd’hui ne parleraient pas tout aussi bien, et avec autant
d’égards fraternels des pyjamas des ex-virils partenaires des
amours à allure masculine des héroïnes de leurs romans. Car
ces héroïnes "détaillent" déjà avec une très masculine indif-
férence (qui leur parait, il est vrai, encore "merveilleuse";
comme elles l’avouent elles-mêmes avec une touchante hu-
milité) les formes viriles qui s’offrent à leurs yeux lorsqu’
elles voient passer en beauté dans la rue, ou plutôt sur le
trottoir de la Promenade des Anglais (Un certain sourire,
p. 118) une de leurs éventuelles conquêtes, dont elles em-
brassent le "torse" (qui, malheureusement, même s’il est
du Belvédère, ne vaudra jamais, d’un certain point de vue,
celui d’une vénus du Capitole ou même d’ailleurs) quand
une telle conquête vient à se parachever dans un lit.

Alexandre Kojève, Le dernier monde nouveau (1956)

Freitag, 30. September 2016

Heimatkunde I


















Ich trat in ein üppiges Schlemmergeschäft ein, weil eine
im Fenster ausgestellte, ganz besondere, violette Art von
Endivien mir aufgefallen war. Es überraschte mich nicht,
dass der Verkäufer mir erklärte, die einzige Sorte Fleisch,
für die dieses Gericht als Zukost in Frage komme, sei Men-
schenfleisch ich hatte das vielmehr schon dunkel voraus-
geahnt.

Es entspann sich eine lange Unterhaltung über die Art der
Zubereitung, dann stiegen wir in die Kühlräume hinab, in
denen ich die Menschen, wie Hasen vor dem Laden eines
Wildbrethändlers, an den Wänden hängen sah. Der Verkäu-
fer hob besonders hervor, dass ich hier durchweg auf der
Jagd erbeutete und nicht etwa in den Zuchtanstalten rei-
henweise gemästete Stücke betrachtete: „Magerer, aber –
ich sage das nicht, um Reklame zu machen weit aroma-
tischer.“ Die Hände, Füße und Köpfe waren in besonderen
Schüsseln ausgestellt und mit kleinen Preistäfelchen be-
steckt.

Als wir die Treppe wieder hinaufstiegen, machte ich die
Bemerkung: „Ich wusste nicht, dass die Zivilisation in die-
ser Stadt schon so weit fortgeschritten ist“ worauf der
Verkäufer einen Augenblick zu stutzen schien, um dann
mit einem sehr verbindlichen Lächeln zu quittieren. 

Montag, 19. September 2016

K.’s Kunst des Schreibens

Dienstag, 13. September 2016

Carte de Tendre


















« Et si je n’avais pas lu Hegel, ni La Princesse de Clèves,
ni Les Chats de Lévi-Strauss, ni L’Anti-Œdipe ? »

Roland Barthes, Roland Barthes par Roland Barthes (1975)


« L’autre jour, je m’amusais – on s’amuse comme on peut –
à regarder le programme du concours d’attaché d’admi-
nistration. Un sadique ou un imbécile avait mis dans le
programme d’interroger les concurrents sur La Princesse
de Clèves. Je ne sais pas si cela vous est arrivé de deman-
der à la guichetière ce qu’elle pensait de La Princesse de
Clèves. Imaginez un peu le spectacle ! »
 
Nicolas Sarkozy, Lyon (23. Feb. 2006)

Dienstag, 2. August 2016

Wie würden Sie entscheiden?


















Terror“, so Star-Produzent Oliver Berben (Das Adlon) im
Exklusiv-Interview mit GOLDENE KAMERA, „ist kein TV-Film
wie jeder andere — sondern das wohl größte Live-Fernseh-
Experiment des Jahres. Denn am Ende richten die Fernseh-
zuschauer in Deutschland und Österreich per Telefon- und
Internet-Voting gemeinsam über Lars Koch! Sie entscheiden,
ob er schuldig ist oder unschuldig.“

ARD-Programmdirektor Volker Herres ergänzt: „Das Publikum

übernimmt den aktiven Part. Es muss befinden, wie der Fern-
sehabend endet und wird mit seiner Entscheidung eine ethische
und moralische Debatte auslösen, über die anschließend breit
debattiert wird.“

Ferdinand von Schirach stimmt Herres zu: „Bei diesem Film wer-

den die Zuschauer etwas Seltsames merken — nämlich, dass ihre
Moralvorstellungen und ihre Sicherheit, von denen sie glauben,
sich drauf verlassen zu können, plötzlich in Frage gestellt wer-
den. Das ist das Interessante.“

Dienstag, 19. Juli 2016

Öcalans Bibliothek


















Am 29.06.1999 wurde Öcalan vor dem Staatssicherheits-
gericht Ankara Nr. II wegen Hochverrats zum Tode verur-
teilt. Weil im Rahmen der Beitrittsverhandlungen zur EU
die Türkei 2002 die Todesstrafe abgeschafft hat, wurde
die Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Öcalan ist seit dem 15. Februar 1999 auf der Gefängnisin-
sel İmralı im Marmarameer inhaftiert. Wie es heißt, lese
er viel. Im Netz kursiert eine Leseliste. Sie ist auch schon
wieder sieben Jahre alt und bestimmt längst viel länger.
Aber dennoch beeindruckend. Der Partisan als Leser:

Adorno, T. W.: Minima Moralia
Agamben, G.: Olağanüstü Hal, Kutsal İnsan – Egemen İkti-

dar ve Çıplak Hayat, Açıklık
Ali, T.: Türkçedeki kitapları
Allison, C.: Kürt Kimliği ve Kültürü
Arendt, H.: Totalitarizmin Kaynakları, Şiddet Üzerine, Geç-

mişle Gelecek Arasında, İnsanlık Durumu
Attali, J.: Geleceğin Kısa Tarihi, 1492
Baudrillard, J.: Simülarklar ve Simülasyon
Bakunin, M.: Türkçedeki pek çok kitabı
Bauman, Z.: Türkçedeki tüm kitapları
Belge, M.: Bazı kitapları
Berktay, F.: Tarihin Cinsiyeti, Tek Tanrılı Dinler Karşısında

Kadın
Bookchin, M.: Türkçedeki tüm kitapları
Brzezinski, Z.: Türkçedeki bazı kitapları
Borradori, G.: Terör Günlerinde Felsefe: Jürgen Habermas 

ve Jacques Derrida ile Diyaloglar
Braudel, F.: Maddi Uygarlık, Akdeniz ve Akdeniz Dünyası,

Uygarlıkların Grameri
Bruinessen, M. v.: Ağa Şeyh Devlet, Evliya Çelebi Diyarbekir’

de, Kürtlük, Türklük, Alevilik, Kürdistan Üzerine Yazılar
Campbell, J.: İlkel Mitoloji
Carr, E. H.: Tarih Nedir?
Childe, G.: Kendini Yaratan İnsan
Cibran, H.: Türkçedeki tüm kitapları
Colingwood, R. G.: Tarihin İlkeleri ve Tarih Felsefesi Üzerine

Başka Yazılar
Corbin, H.: İslâm Felsefesi Tarihi
Chomsky, N.: Türkçedeki tüm kitapları
Cyrulnik, B.: Hayvanların En Güzel Tarihi
Çığ, M. İ.: Tüm kitapları
Dawkins, R.: Tanrı Yanılgısı
Deleuze, G.: Türkçedeki tüm kitapları
Derrida, J.: Nietzschelerin Şöleni, Marx’ın Hayaletleri
Dostoyevski: “Karamazov Kardeşler”
Einstein: (Türkçedeki tüm kitapları)
Feyerabend: “Yönteme Hayır”, “Özgür Bir Toplumda Bilim”
M.I. Finley: “Antik Çağ Ekonomisi”
Foucault, M.: Deliliğin Tarihi, Cinselliğin Tarihi, Entelektüelin

Siyasi İşlevi, Hapishanenin Doğuşu
Fromm, E.: Türkçedeki tüm kitapları
Fukuyama: “Güven”, “Devlet İnşası”
Pierre-Gilles de Gennes: “Kırılgan Nesneler”
Gibbon, E.: Bizans ve Roma İmparatorluğu’nun Gerileyişi ve

Çöküşü
Giddens, A.: Türkçedeki bazı kitapları
Goody, J.: Yaban Aklın Evcilleştirilmesi
Gribin, J.: Schrödinger’in Kedisinin Peşinde Kuantum Fiziği

ve Gerçeklik
Greider, W.: Tek Dünya: Küresel Kapitalizmin Manik Mantığı
Hegel, G. F. W.: Türkçedeki tüm kitapları
Heidegger, M.: Varlık ve Zaman
Heisenberg, W.: Fizik ve Felsefe
Hobsbawm, E.: Türkçedeki tüm kitapları
Hobson, J.: Batı Medeniyetinin Doğulu Kökenleri
Holloway, J.: İktidar Olmadan Dünyayı Değiştirmek
Horkheimer: “Akıl Tutulması”, “Geleneksel ve Eleştirel Ku-

ram”
Horkheimer ve Adorno: “Aydınlanmanın Diyalektiği”
Huntington: (Türkçedeki bazı kitapları)
Halil İnalcık: “Osmanlı İmparatorluğu’nun Ekonomik ve Sosy-

al Tarihi (1-2)”
Kant, I.: Türkçedeki tüm kitapları
Karatani, K.: Türkçedeki tüm kitapları
Kaynak, M.: Bazı kitapları
Kıvılcımlı, H.: Tarih, Devrim, Sosyalizm
Kollautz: “Abhazya Tarihi’nin Bizans Dönemine Ait Belgeleri”
Kojève, A.: Hegel Felsefesine Giriş
Samuel Noah Kramer: “Tarih Sümer’de Başlar”, “Sümerlerin

Kurnaz Tanrısı Enki”, “Sümer Mitolojisi”
Thomas S. Kuhn: “Asal Gerilim”, “Bilimsel Devrimlerin Yapısı”
Lapidus, I.: İslâm Toplumları Tarihi
Levi-Strauss, C.: Yaban Düşünce, Hüzünlü Dönenceler
Lewin, R.: Modern İnsanın Kökeni
Lewis, B.: Türkçedeki bazı kitapları
Lukács, G.: Tarih ve Sınıf Bilinci
Maalouf, A.: Türkçedeki tüm kitapları
Marcuse, H.: Tek Boyutlu İnsan
Şerif Mardin: (Bazı kitapları)
Mauss, M.: Sosyoloji ve Antropoloji
Maria Mies: “Son Sömürge: Kadınlar”
Shahrzad Mojab: “Devletsiz Ulusun Kadınları”
Abraham Moles: “Belirsizin Bilimleri”
Robert Musil: “Niteliksiz Adam”
Negri ve Hardt: “İmparatorluk”, “Çokluk”
Nietzsche: (Türkçedeki tüm kitapları)
İlber Ortaylı: (Bazı kitapları)
Cengiz Özakıncı: “Yeni Osmanlı Tuzağı –Türkiye’nin Siyasi İn-

tiharı”
J.M. Pelt: “Bitkilerin En Güzel Tarihi”
Roger Penrose: “Bilgisayar ve Zeka”
Val Plumwood: “Feminizm ve Doğaya Hükmetmek”
Karl Popper: “Açık Toplum ve Düşmanları”
Proudhon: (Türkçedeki pek çok kitabı)
Paul Riceur: “Zaman ve Anlatı”
Said-i Nursi: “İçtimaî Reçeteler”
Paule Salomon: “Güneş Kadını”
Schmitt, C.: Tarih ve Siyaset Üzerine İki Deneme, Parlamenter

Demokrasinin Krizi, Siyasal Kavramı, Siyasi İlahiyat
Schopenhauer: “Aforizmalar”
Neval El Seddavi: “Sıfır Noktasındaki Kadın”
Spinoza: (Türkçedeki tüm kitapları)
Merlin Stone: “Tanrılar Kadınken”
Ali Şeriati: “İslâmbilim”
Hanif Şükrüoğlu: (Bazı kitapları)
Tolstoy: “Savaş ve Barış”
Abbas Vali: “Kürt Milliyetçiliğinin Kökenleri”, “Kapitalizm Öncesi

İran: Kuramsal Bir Tarih”
Wallerstein, I.: Modern Dünya Sistemi, Dünya Sistemleri Analizi,

İki Kültürü Aşmak, Avrupa Evrenselciliği – İktidarın Retoriği, Yeni
Bir Sosyal Bilim İçin, Amerikan Gücünün Gerileyişi
Wittgenstein: “Tractatus Logico”, “Felsefî Soruşturmalar”
Mesut Yeğen: (Bazı kitapları)
Tahsin Yücel: (Bazı kitapları)
Slavoj Zizek: (Türkçedeki tüm kitapları) “Modern Türkiye’de Siya-

si Düşünce Ansiklopedisi”

Freitag, 8. Juli 2016

Vanessa & Veruschka


















Exakt fünfzig Jahre ist es her, dass Vanessa Redgrave und
Veruschka von Lehndorff monatelang über die Leinwände
europäischer Lichtspielhäuser huschten. Redgrave spielt in
Antonionis Blow up eine Parkliebhaberin, die sich als Jane
vorstellt, von Lehndorff spielt sich selbst. Ein halbes Jahr-
hundert später geistern die Ladies jetzt durchs Internet.
Redgrave, die schon seinerzeit mit einer Bamboo Bag von
Gucci unterwegs war, postete kürzlich paar Bilder auf dem 
Snapchataccount des italienischen Modeunternehmens: hin-
ter den Kulissen der Cruise 2017 ad campaign in Chatsworth
House and Garden.



















Von Lehndorff erging es leider nicht so gut. Sie muss in ei-
nem „Zeitgeist Projekt der Audi AG“, das an Stumpfsinn nur
von deren Produkten überboten wird, das motif of suffering 
geben. „Vorsprung durch Techno“, dachte sich der Autobauer
und beschritt musikpädagogisch neue Wege, um „opernfernen
Zielgruppen einen Zugang zu Richard Wagner [zu] verschaffen“.
Wir ahnten es bereits: Besonderer Dank gebührt dramaturgical
consultant Katharina Wagner. 

Freitag, 1. Juli 2016

Der zerstückelte Körper


















Ce corps morcelé […] se montre régulièrement dans les
rêves, quand la notion de l’analyse touche à un certain
niveau de la désintégration agressive de l’individu. Il ap-
paraît alors sous la forme de membres disjoints et de ces
organes fixés en exoscopie qui s’ailent et s’arment pour
les persécutions intestines.

ANZUERICH1949LACANZUERICH1949LACANZUERICH1949L

Mittwoch, 8. Juni 2016

Il Parco


















Even eight years later je ne regrette rien.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Guccifizierung

















Bekanntlich leidet Berlin nicht erst seit gestern unter et-
was, das man Gentrifizierung nennt: SUVs, teure Gummi-
stiefel, Barbour-Jacken. Der nicht umsonst so genannte
„Speckgürtel“ schmilzt, und eine fettige Brühe schwappt
in die feinen Herzkranzgefäße urbanen Lebens. Was tun?
Glen Luchford* hat uns auf die Sprünge zu helfen versucht:
Die Lösung lautet rückhaltlose Guccifizierung des ÖPNVs.

 




















































* Die Aufnahme Valentijn de Hinghs in einem Abendkleid
aus gelber Spitze mit Stickereien (15.000 EUR) auf dem
Bahnsteig des U-Bahnhofs HANSAPLATZ stammt von Anna
Rosa Krau.

Dienstag, 26. April 2016

From Elbflorenz to Gotham City


















Allen Horrormeldungen zum Trotz, es gibt sie noch, die
sprichwörtlichen sächsischen „Mädchen“: „Auch wenn ich
viel unterwegs bin — Dresden wird meine Heimatstadt blei-
ben“, verspricht Germany’s one and only Topmodel Nicole
Atieno. Noch besteht Hoffnung, dass Dresden nicht verlo-
ren ist. Keinen Fußbreit den Faschisten!